Die Cambridge Five einfach erklärt

Fünf britische Elitestudenten, die für die Sowjetunion spionierten - der berühmteste Spionagefall des Kalten Krieges.

Die Cambridge Five waren fünf britische Männer aus der Oberschicht, die in den 1930er Jahren an der Universität Cambridge für den sowjetischen Geheimdienst angeworben wurden. Sie stiegen in höchste Positionen des britischen Staates auf - und verrieten jahrzehntelang Geheimnisse an Moskau.

Die fünf Mitglieder

  • Kim Philby: Stieg bis zum Leiter der antisowjetischen Spionageabwehr beim MI6 auf - während er gleichzeitig für den KGB arbeitete

  • Donald Maclean: Hochrangiger Diplomat mit Zugang zu Atomgeheimnissen

  • Guy Burgess: BBC-Journalist und Diplomat, der Maclean bei der Flucht nach Moskau half

  • Anthony Blunt: Kunstberater der Königin, erst 1979 öffentlich enttarnt

  • John Cairncross: Arbeitete bei MI6 und am Entschlüsselungszentrum Bletchley Park

Warum sie für die Sowjetunion spionierten

Alle fünf wurden in den 1930er Jahren angeworben - einer Zeit, in der der Kommunismus unter britischen Intellektuellen als moralische Antwort auf Faschismus und soziale Ungleichheit galt. Ihre Motivation war ideologisch, nicht finanziell. Der sowjetische Geheimdienst erkannte früh das Potenzial dieser gut vernetzten jungen Männer und investierte in ihre langfristige Entwicklung.

Der Schaden

Die Cambridge Five verrieten über Jahrzehnte hinweg Tausende geheimer Dokumente. Kim Philby allein verriet westliche Agenten und Operationen im großen Stil - manche Quellen wurden daraufhin in der Sowjetunion hingerichtet. Der Fall erschütterte das Vertrauen in den gesamten westlichen Nachrichtendienstapparat.