Bekannte Doppelagenten der Geschichte
Sie arbeiteten für beide Seiten gleichzeitig - die berühmtesten Doppelagenten und ihre Geschichten.
Ein Doppelagent ist jemand, der vorgibt, für einen Nachrichtendienst zu arbeiten, in Wirklichkeit aber einen anderen Dienst informiert. Doppelagenten sind die gefährlichsten und faszinierendsten Figuren der Geheimdienstgeschichte - denn sie bewegen sich permanent zwischen Loyalität und Verrat.
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Doppelagent: Arbeitet offiziell für einen Dienst, berichtet aber heimlich an einen anderen
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Maulwurf (Mole): Gezielt in eine feindliche Organisation eingeschleust oder dort angeworben
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Überläufer (Defector): Wechselt offen die Seiten und bringt sein Wissen mit
Die Cambridge Five
Der wohl berühmteste Fall eines Spionagerings in der Geschichte. Fünf britische Studenten der Universität Cambridge wurden in den 1930er Jahren vom sowjetischen Geheimdienst angeworben und arbeiteten jahrzehntelang als Doppelagenten:
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Kim Philby - Stieg bis zum Verbindungsoffizier des MI6 zur CIA auf. Er verriet zahllose westliche Operationen und Agenten an Moskau.
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Donald Maclean - Britischer Diplomat mit Zugang zu höchsten Geheimnissen, darunter atomare Details.
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Guy Burgess - MI6-Mitarbeiter und Diplomat, floh 1951 gemeinsam mit Maclean in die Sowjetunion.
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Anthony Blunt - MI5-Offizier und Kunstberater der Königin. Wurde erst 1979 öffentlich enttarnt.
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John Cairncross - Arbeitete für den britischen Entschlüsselungsdienst in Bletchley Park und lieferte dem KGB entschlüsselte deutsche Geheimmeldungen.
Sie waren aus ideologischer Überzeugung rekrutiert worden - nicht aus Geldgier. Ideologisch motivierte Agenten gelten als besonders gefährlich, weil sie aus innerer Überzeugung handeln und schwerer zu enttarnen sind.
Aldrich Ames
Aldrich Ames war ein hochrangiger CIA-Offizier, der ab 1985 für den sowjetischen KGB und später den russischen SVR spionierte. In neun Jahren verriet er mindestens zehn CIA-Quellen in der Sowjetunion - mehrere wurden hingerichtet. Ames wurde 1994 verhaftet und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Sein Motiv war primär Geld: Ames erhielt insgesamt rund 4,6 Millionen US-Dollar von den Russen.
Robert Hanssen
FBI-Agent Robert Hanssen spionierte von 1979 bis 2001 für die Sowjetunion und Russland. Er gilt als einer der schädlichsten Maulwürfe in der Geschichte der US-Geheimdienste. Hanssen verriet unter anderem die Existenz eines Tunnels, den FBI und NSA unter der sowjetischen Botschaft in Washington gebaut hatten.
Oleg Gordievski
Gordievski ist ein Beispiel für einen Doppelagenten auf westlicher Seite. Als KGB-Resident in London arbeitete er heimlich für den britischen MI6. Er lieferte dem Westen entscheidende Einblicke in das sowjetische Denken - unter anderem die Erkenntnis, dass die Sowjetführung 1983 ernsthaft einen nuklearen Erstschlag der NATO befürchtete. Gordievski wurde 1985 knapp aus Moskau herausgeschmuggelt.
Günter Guillaume
Einer der bedeutendsten Spionagefälle in der deutschen Geschichte. Günter Guillaume war ein DDR-Spion, der als persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt arbeitete. Seine Enttarnung 1974 führte zum Rücktritt Brandts. Guillaume war von der Stasi in den Westen geschleust worden.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es heute noch Doppelagenten?
Fast sicher ja. Die Spionageabwehr aller großen Nachrichtendienste geht davon aus, dass es Maulwürfe in ihren Reihen geben kann. Die Fälle werden nur meist erst Jahre später bekannt.
Wie werden Doppelagenten enttarnt?
Durch akribische Gegenspionage, Analyse von Informationslecks, Hinweise anderer Quellen, oder weil der Agent Fehler macht - etwa einen plötzlichen Anstieg seines Lebensstandards nicht erklären kann.