Die Stasi einfach erklärt

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR - einer der berüchtigtsten Geheimdienste der Geschichte.

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) - im Volksmund "Stasi" genannt - war weit mehr als ein Geheimdienst. Es war zugleich Inlandsnachrichtendienst, Auslandsspionageapparat und Geheimpolizei der DDR, das "Schild und Schwert der Partei". Kein anderer Geheimdienst der Geschichte hat die eigene Bevölkerung so dicht und so systematisch überwacht.

Das Ausmass der Überwachung

Auf dem Höhepunkt hatte das MfS rund 91.000 hauptamtliche und etwa 189.000 inoffizielle Mitarbeiter. Bei einer DDR-Bevölkerung von 16 Millionen bedeutete das eine der dichtesten Überwachungsquoten der Weltgeschichte. Zum Vergleich: Der KGB hatte bei einer Bevölkerung von 290 Millionen geschätzt 480.000 Mitarbeiter. Die Observation von Verdaechtigen war nur eine von vielen Methoden - die Stasi durchdrang das gesamte gesellschaftliche Leben.

Aufgaben und Methoden

  • Innere Überwachung: Beobachtung und Unterdrückung jeder Form von Opposition und abweichendem Verhalten
  • Auslandsspionage: Die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) unter Markus Wolf betrieb hochprofessionelle Spionage gegen den Westen
  • Zersetzung: Die berüchtigtste Methode der Stasi - die systematische psychologische Zermürbung von Regimegegnern ohne formelle Verhaftung. Gerüchte streuen, Beziehungen zerstören, Karrieren ruinieren
  • Desinformation: Gezielte Falschinformationen im In- und Ausland

Das Ende

Mit der friedlichen Revolution 1989 wurde die Stasi aufgelöst. Bürgerkomitees besetzten die Stasi-Zentralen, um die Vernichtung der Akten zu verhindern - ein historisch einmaliger Vorgang. Die Stasi-Unterlagen-Behörde (heute beim Bundesarchiv) ermöglicht seither die Einsicht in die Akten. Millionen Bürger haben von diesem Recht Gebrauch gemacht. Die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit gilt weltweit als Vorbild für den Umgang mit der Hinterlassenschaft geheimdienstlicher Macht.