Die Guillaume-Affäre einfach erklärt
Wie ein Stasi-Spion zum engsten Mitarbeiter des Bundeskanzlers aufstieg - und dessen Rücktritt auslöste.
Die Guillaume-Affäre ist einer der spektakulärsten Spionagefälle der deutschen Geschichte. Ein Agent der Stasi schaffte es bis ins engste Umfeld des Bundeskanzlers - und sein Auffliegen stürzte die Regierung.
Wer war Günter Guillaume?
Günter Guillaume kam 1956 als scheinbarer DDR-Flüchtling nach Westdeutschland. In Wirklichkeit war er ein Agent der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA), des Auslandsspionagedienstes der Stasi. Er trat der SPD bei, arbeitete sich in der Partei hoch und wurde 1972 persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt.
Was geschah?
Als enger Mitarbeiter Brandts hatte Guillaume Zugang zu hochsensiblen Dokumenten, geheimen NATO-Unterlagen und vertraulichen Regierungsentscheidungen. Der Verfassungsschutz hatte Guillaume bereits 1973 im Verdacht, konnte den Verdacht aber nicht sofort erhärten. Am 24. April 1974 wurden Guillaume und seine Frau Christel verhaftet.
Die Folgen
Am 6. Mai 1974 trat Bundeskanzler Willy Brandt zurück. Die Affäre hatte tiefgreifende Auswirkungen:
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Der Rücktritt eines Bundeskanzlers - ein einmaliger Vorgang in der deutschen Geschichte
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Massive Kritik an der Arbeit des Verfassungsschutzes, der den Spion nicht früher enttarnt hatte
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Verschärfte Sicherheitsüberprüfungen für Mitarbeiter in sensiblen Positionen
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Eine der größten Erfolgsoperationen der Stasi-Westspionage