Die Rosenholz-Dateien einfach erklärt

Die geheime Kartei der Stasi-Auslandsspionage - wie sie in westliche Hände gelangte und was sie enthüllte.

Die Rosenholz-Dateien sind eine Sammlung mikroverfilmter Karteikarten der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) - des Auslandsspionagedienstes der Stasi. Sie enthalten Informationen über tausende Agenten und Kontaktpersonen, die die DDR im Westen eingesetzt hatte.

Wie die Dateien in westliche Hände gelangten

Während der Wende 1989/90 versuchte die Stasi, ihre Akten zu vernichten. Ein CIA-Mitarbeiter sicherte jedoch Kopien der HVA-Kartei. Die Mikrofilme gelangten in die USA und wurden dort unter dem Decknamen Rosenholz archiviert. Deutschland erhielt erst 2003 Zugang zu den Dateien - was in der Bundesrepublik eine intensive politische Debatte auslöste.

Was die Dateien enthüllten

Die Rosenholz-Dateien enthielten Registriernummern und Klarnamen von mehreren tausend Personen, die für die HVA gearbeitet hatten - darunter Agenten in westdeutschen Ministerien, Parteien, Unternehmen und im Militär. Die Auswertung bestätigte einige bekannte Fälle und enthüllte bislang unbekannte Spionagenetzwerke.