Geheimdienste und Nachrichtendienste - der Unterschied

Warum die beiden Begriffe oft synonym verwendet werden - und wo der feine Unterschied liegt.

Im Alltag werden die Begriffe "Geheimdienst" und "Nachrichtendienst" fast immer synonym verwendet. Tatsächlich gibt es aber einen Unterschied - zumindest im deutschen Sprachgebrauch. Der offizielle Fachbegriff in Deutschland lautet "Nachrichtendienst". Der umgangssprachliche Begriff "Geheimdienst" betont stärker die Geheimhaltung und wird häufig in Medien und im Alltag benutzt.

Warum heißt es offiziell "Nachrichtendienst"?

Der Begriff "Nachrichtendienst" leitet sich vom Wort "Nachricht" im Sinne von "Erkenntnis" oder "Information" ab. Die zentrale Aufgabe dieser Dienste besteht nicht darin, Geheimnisse zu hüten, sondern darin, Informationen zu beschaffen und auszuwerten. Der Begriff beschreibt also die eigentliche Tätigkeit präziser als "Geheimdienst".

Warum sagt man trotzdem "Geheimdienst"?

Der Begriff "Geheimdienst" hat sich in der Alltagssprache durchgesetzt, weil er das Wesen dieser Organisationen aus Sicht der Öffentlichkeit gut einfängt: Sie arbeiten im Verborgenen, ihre Methoden und Erkenntnisse sind oft geheim, und sie gehören zu den am wenigsten transparenten staatlichen Institutionen.

Gibt es den Unterschied auch in anderen Ländern?

In vielen Ländern gibt es keine vergleichbare sprachliche Unterscheidung. Im Englischen spricht man von "intelligence services" oder "intelligence agencies", im Französischen von "services de renseignement". Die deutsche Unterscheidung zwischen "Geheimdienst" und "Nachrichtendienst" ist also eine sprachliche Besonderheit.

Die drei deutschen Bundesnachrichtendienste - BND, Verfassungsschutz und MAD - verwenden alle den offiziellen Begriff "Nachrichtendienst" in ihren Bezeichnungen.